Louis de Funès Vorhang

Komik ist das,
was komisch ist.

Du hast einen an der Waffel? Macht nichts, haben alle.

Louis de Funès Paris
Louis de Funès Paris

Zuerst einmal in die USA. Man sagt, in New York gibt es mehr Psychologen als Ärzte.

Im Umkehrschluss könnte man annehmen, dass es die Bürger der Metropole halt nicht so sehr am Rücken oder mit dem Herzen haben sondern es halt „an der Waffel haben“. Wiederum geht man mit solchen Menschen, also bei denen es dort oben nicht ganz so sauber läuft, im Rheinland sehr tolerant um, denn dort sagt man einfach: „Jeder Jeck ist anders.“

Interessant wäre hierzu denn auch einmal eine Studie, welche untersucht, ob nun der rheinische Karneval mehr Menschen von Ihren „an der Waffel Problemen“ erlösen konnte, als Psychologen dies vermögen. Und solange diese Studie oder Doktorarbeit nicht vorliegt, gibt es an dieser Stelle drei kleine Episoden zu besonders schwerwiegenden Fällen der menschlichen Psyche. Genauer gesagt, soll es um einen Franzosen gehen, der mittels der Komik unsere gesellschaftlichen Strukturen aufbrach.

Und nun zur schwerwiegenden These dieses Artikels: Über sich selbst zu lachen ist besser als jede katholische Beichte und viel besser als jede teure Sitzung beim angesagten New Yorker Psychologen. Kürzer gesagt: Gute Unterhaltung mit Louis de Funès.

Louis de Funès

Der Mann ist Legende und auch wenn er es nicht in deutsche Schulbücher als der Franzose schlechthin gebracht hat, so prägte er unser Bild Frankreichs gewaltig. Das Kuriose an der Sache ist wiederum, dass Louis eigentlich ein waschechter Spanier war. Genauer gesagt waren seine Eltern eben dies und de Funès wuchs lediglich in Frankreich auf. Wie wir sehen, eine sehr erfolgreiche Emigrationsgeschichte, bei der es unser „kleiner“ Migrant auch ziemlich schwer hatte, so zu berühmt zu werden, wie er heute für alle Zeiten ist. Genau genommen hatte er zwei Talente und vielleicht war es eins zu viel und blockierten diese sich gegenseitige.

Seine zwei Talente

Er konnte auf dem Klavier Jazz spielen wie ein Gott und deshalb habe ich mich in ihn verliebt, dies sagte seine zweite Frau. Und die andere Begabung? Diese ist seine Begabung für Unsinn, welche ihn zuerst seine Lehrstelle zum Kürschner (Pelzverarbeitung) kostete.

Übrigens war der vieltalentierte Louis ebenso als Zeichner, Dekorateur und Buchhalter tätig. Nur mit dem Schauspiel, dessen Beruf er schließlich ausübte, klappte es nicht so ganz, es dauerte zwei Jahrzehnte, bis eben jener Louis de Funès sich zu jenem entwickelte, den wir heute mit diesem Namen verbinden.

Louis de Funès – ein vielschichtiger Mensch

Das psychologisch Interessante an Louis de Funès ist der Umstand, dass er politisch als konservativ galt und andererseits mittels seiner Filme die verkrusteten Strukturen der französischen Mittelschicht aufs Korn nahm. Genauer gesagt spielte er den Typus des cholerischen Kleinbürgers, einer der gegenüber Vorgesetzten kuscht und gegen die eigenen Untergebenen wiederum den Druck ablässt. Betrachtet man dies einmal anders herum, also in dem Sinne, dass ein Künstler sich an seiner eigenen Seele abarbeitet, dann war unser Louis eigentlich selbst ein solcher Kleinbürger, der eben dies loswerden wollte. Das hat er denn so konsequent gemacht, dass es auch noch heute, Jahrzehnte später, mehr als witzig ist. Also: Danke Louis, dass du kein Kleinbürger mehr sein wolltest, denn es hat uns anderen Kleinbürgern die Augen geöffnet.

Mach den Test!
Eltern haben es schwer

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